Nachtschweiß: Was tun bei starkem Schwitzen im Schlaf?

Ein gesunder Schlaf ist wichtig, damit Dein Körper sich über Nacht ausreichend regenerieren kann und Du gut erholt in den Tag startest – und doch gibt es diese Nächte, in denen er Dich nicht zur Ruhe kommen lässt: Nachtschweiß. Was Du gegen das nächtliche Schwitzen tun kannst und was die Ursachen für übermäßiges Schwitzen sind, kannst Du in unserem Online-Ratgeber nachlesen.

Ganz schön verschwitzt: Das sind die Gründe für nächtliches Schwitzen

Willst Du den nächtlichen Schweißausbrüchen ein Ende bereiten, gilt es, zunächst mögliche Ursachen für das übermäßige Schwitzen in der Nacht ausfindig zu machen. Diese lassen sich grob in drei Bereiche einteilen: äußere Umweltfaktoren, psychische oder hormonelle Ursachen und als Symptom einer ernst zu nehmenden Erkrankung. Wenn das Schwitzen in der Nacht länger anhält, sprechen Mediziner von einer nächtlichen Hyperhidrose.

Die Gründe für nächtliches Schwitzen sind vielfältig. Eine zu hohe Raumtemperatur oder Luftfeuchtigkeit beispielsweise zählen zu den äußeren Umweltfaktoren, die Nachtschweiß verursachen können. Weiterhin kann auch ein zu warmer Schlafanzug dazu führen, dass Du am Morgen verschwitzt aufwachst. In dem Fall lässt sich das Problem mit luftigerer Nachtwäsche schnell beheben. Ebenso verhält es sich mit dem sEinnehmen bestimmter Speisen und Substanzen vor dem Zubettgehen: Würzige und fettige Speisen sind zwar lecker, können aber nachts auch schweißtreibend sein, wenn sie kurz vor dem Einschlafen konsumiert werden. Zudem sollten Koffein sowie Alkohol, Nikotin und andere Rauschmittel gemieden werden. Empfehlenswert hingegen sind zinkhaltige Lebensmittel wie Paranüsse, verschiedene Käsesorten, Linsen oder Mais, aber auch Zitrusfrüchte, Reis und Milchprodukte, denn sie zählen zu den schweißmindernden Lebensmitteln.

Auch Medikamente wie Betablocker, Antidepressiva, fiebersenkende Mittel und Hormonpräparate können zu vermehrter Schweißbildung in der Nacht führen. Ein Blick in den Beipackzettel des Medikaments verrät, ob Nachtschweiß zu den medikamententypischen Nebenwirkungen zählt.

Hast Du zurzeit viel Stress oder bedrückt Dich etwas? Diese psychischen Faktoren können der Grund für Deinen unruhigen Schlaf und vermehrtes Schwitzen sein. Ebenso können hormonelle Ursachen Schweißausbrüche im Schlaf verursachen, etwa bei einer Schwangerschaft oder während der Wechseljahre.

Lassen sich äußere Faktoren, psychische und hormonelle Ursachen ausschließen, können Schweißausbrüche in der Nacht auch ein begleitendes Symptom einer Erkrankung sein. Sollte der Nachtschweiß anhalten, ist in allen Fällen ein Arzt aufzusuchen, der eine genaue Diagnose stellen kann. Nachtschweiß als Symptom einer Erkrankung kann auftreten bei:

Infektionskrankheiten
  • Grippe und Erkältungen
  • Pfeiffersches Drüsenfieber
  • Malaria
  • Tuberkulose
  • HIV
  • Hepatitis C
Neurologischen Erkrankungen
  • Parkinson
  • Epilepsie
  • Schlaganfall
Krebserkrankungen
  • Leukämie
  • Karzinome
  • Lymphome
Autoimmunerkrankungen
  • Polyarthritis
  • Kollagenosen
Stoffwechselerkrankungen
  • Diabetes mellitus
Hormonellen Störungen
  • Schilddrüsenüberfunktion
Gefäßentzündungen

Hinweis: Die hier angegebenen Informationen dienen lediglich als Hinweis, können aber das Gespräch mit ausgebildeten MedizinerInnen nicht ersetzen. Wenn Du regelmäßig unter nächtlichen Schweißausbrüchen leidest, ist ein Besuch bei der FachÄrztin der Informationsbeschaffung im Internet unbedingt vorzuziehen.

In einigen Fällen ist es auch möglich, dass sich keine Ursachen für die Schweißausbrüche im Schlaf finden lassen. Nächtliche Schweißausbrüche ohne aufweisbaren Grund werden in der Medizin auch idiopathischer Nachtschweiß genannt. In diesem Fall können durch die Wahl der Bettwäsche und der Schlafmatratze zwar nicht die Symptome gelindert, aber ein besseres Schlafgefühl in einem trockenen Bett geschaffen werden.

Das hilft gegen starkes Schwitzen

Die Behandlung von Nachtschweiß richtet sich nach den gegebenen Ursachen. Nächtliches Schwitzen, das auf eine Erkrankung zurückzuführen ist, lässt sich durch eine entsprechende Krankheitsbehandlung bekämpfen. Liegen äußere Umweltfaktoren dem nächtlichen Schwitzen zugrunde, können kleine Veränderungen, wie etwa der Verzicht auf bestimmte Lebensmittel oder das Tragen luftiger Kleidung, Deinem Problem ein Ende bereiten. Schwitzt Du nur an bestimmten Körperstellen, können spezielle Anti-Schweiß-Produkte die Schweißproduktion zeitweise mindern, beispielsweise in Form von aluminiumsalzhaltigen Cremes oder Salbei-Extrakten. Therapien wie die Leitungswasser-Iontophorese, bei der ein leichter elektrischer Strom durch ein Hand- oder Fußbad geleitet wird, versprechen zwar eine deutliche Linderung, müssen aber regelmäßig wiederholt werden, um die Wirkung aufrechtzuerhalten. Tritt der Nachtschweiß infolge psychischer Belastung auf, können auch hier entspannende Salbei-Extrakte, beruhigende Tees, Entspannungsübungen und das Schaffen eines festen Einschlafrituals helfen, damit nachts das Schwitzen ausbleibt. Liegt eine körperliche Erkrankung vor, kann es in seltenen Fällen nötig sein, zu irreversiblen Therapien zu greifen. Hierzu zählen die Durchtrennung der die Schweißdrüsen steuernden Nerven, die Entfernung der Schweißdrüsen und Hauttransplantationen.

Männer schwitzen viel – aber nicht grundlos

Männer sind Vielschwitzer. Das liegt unter anderem an der großen Anzahl an Schweißdrüsen, die sie besitzen, sowie an dem Testosteron, das die Schweißproduktion anregt. Auch eine stärkere Körperbehaarung führt unter Umständen beispielsweise zu mehr Schweiß im Achselbereich. Doch eine übermäßige Schweißproduktion kann auch ein Indiz für den Beginn des Klimakterium virile, die Wechseljahre des Mannes, sein. Diese oft übersehene Ursache für plötzlichen Nachtschweiß tritt beim Mann in der Regel zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr ein und ist ein Teil des natürlichen Alterungsprozesses, den jeder Mann im Laufe seines Lebens erfährt.

Weibliche Hormonveränderungen treiben Frauen den Schweiß auf die Stirn

Die Wechseljahre der Frau gehen mit vielen tief greifenden Veränderungen einher. Infolge des starken Abfalls der weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron reagiert das Nervensystem mit einer vermehrten Schweißproduktion, die sich in wiederkehrenden Schweißausbrüchen bemerkbar macht. Diese Schweißausbrüche können sowohl tagsüber als auch in der Nacht auftreten. Oft bemerken Frauen in den Wechseljahren ein vermehrtes Schwitzen an Kopf und Gesicht. Ähnlich verhält es sich auch zu anderen Zeiten, in denen Frauen starken Hormonschwankungen ausgesetzt sind, wie etwa während der Menstruation oder bei einer Schwangerschaft. Eine Umstellung der Hormone kann ganz schön belastend für den Körper sein – ungewolltes Schwitzen und Nachtschweiß sind möglicherweise die Folge.

Eine gute Wahl: Bettwäsche für Vielschwitzer

Um dem unangenehmen Nachtschweiß und dem morgendlichen feuchten Bettzeug ein Ende zu bereiten, kann der Wechsel zu einer atmungsaktiven Bettwäsche wahre Wunder bewirken. Sowohl Bezüge als auch Füllungen sollten so beschaffen sein, dass sie möglichst effizient die Feuchtigkeit regulieren. So geben Bezüge aus Baumwolle und Microfasern Feuchtigkeit schnell in die Umgebungsluft ab. Ebenfalls bewährt haben sich Bett- und Kissenbezüge aus Mako-Satin oder Leinen. Für die Kissen- und Bettdeckenfüllung eignen sich Daunen- und Federfüllungen bei Nachtschweiß besonders gut. Sie nehmen viel Flüssigkeit auf und halten den Körper angenehm warm – denn auch in einer zu kalten Schlafumgebung kann es zur Bildung von Nachtschweiß kommen. Deshalb solltest Du Deine Bettwäsche immer passend zur Jahreszeit wählen. So liegst Du im Sommer etwas kühler und im Winter kuschelig warm – und in jedem Fall bequem und trocken.

Faktor Bett: Luftzirkulation fördern

Es ist naheliegend nicht nur in der Matratze auf ausreichende Lüftung zu achten, sondern auch auf die Luftströme um die Matratze herum. Prinzipiell kann die Wärme und Feuchtigkeit beim Schlafen je nach Bettzeug begrenzt nach oben entweichen. Ist die Matratze nun seitlich und nach unten im Luftaustausch begrenzt, reduziert sich auch Effektivität beim Wärmeausgleich. Betten mit geschlossenen Bettkästen bieten praktischen Stauraum, sind aber hier schwierig. Speziell, wenn der Stauraum, auch ohne Bettkasten, aber vielleicht mit Boxen, auch bis zum Limit genutzt wird. Das gilt natürlich auch für Betten, die Matratzen sehr hoch seitlich einrahmen. Gerade bei Boxspringbetten sollten Vielschwitzer auf eine gute Zirkulation und entsprechenden Bettaufbau achten. Die Kompaktheit und der Komfort der vielschichtigen Betten ist sehr beliebt, kann aber auch dazu führen, dass sich Feuchtigkeit sammelt.

Auch auf die richtige Matratze kommt es an

Bei dem Matratzenklassiker sorgen die raumgreifenden Federn im Inneren der Matratze für reichlich Luft. Werden die Federn be- und entlastet, zirkuliert die Luft und transportiert nebenbei die aufgesaugte Feuchtigkeit ab. Außerdem wird erwärmte Luft gegen Umgebungsluft getauscht, weshalb sich Taschenfederkernmatratzen generell kühler als andere Matratzen anfühlen.
Wärmeregulierende Kaltschaummatratzen sind meist mit Lufttaschen und -kanälen ausgestattet, teilweise auch mit mehreren Schichten aufgebaut. Wie bei Schwämmen helfen auch hier offenporige Schaumstoffe bei der Feuchtigkeitsaufnahme und Luftzirkulation, müssen aber ausreichend Stabilität bieten. Querschnittsansichten helfen bei der Beurteilung.
Latexmatratzen sind im Wärmeregulierenden Verhalten den Kaltschaummatratzen sehr ähnlich. Auch hier wird viel mit Luftkanälen gearbeitet, die Feuchtigkeit und Wärme abführen. Aber auch hier kommt in Sachen Lüftung die Latexmatratze nicht ganz an die Federkern heran.
Topper sind in gewisserweise eine zusätzliche, aufliegende Matratzenschicht, die viele hochwertigere Matratzen auch integriert haben. Neben dem Schutz der Matratze und zusätzlichem Liegekomfort bringt der richtige Topper auch positive Eigenschaften zu Feuchtigkeitsregulierung und Luftzirkulation mit. So können auch einschichtige Kaltschaummatratzen für Vielschwitzende aufgewertet werden.

Fazit Nächtliches Schwitzen ist ein weitverbreitetes Problem, dem bei längerem Anhalten unbedingt auf den Grund gegangen werden sollte. Denn nicht immer liegt es an einem zu scharfen oder üppigen Abendmahl oder einer zu hohen Raumtemperatur. Regelmäßiger und auf den ersten Blick grundlos auftretender Nachtschweiß kann auch ein Symptom einer ernst zu nehmenden Erkrankung sein, weshalb bei Unsicherheit unbedingt ein Arzt aufgesucht werden sollte. Einige Cremes und Puder sowie verschiedene Therapien versprechen eine Linderung bei übermäßigem Schwitzen. Atmungsaktive Bettwäsche und Matratzen helfen zudem, die Feuchtigkeit im Schlaf zu regulieren