Matratzen(339)

Matratzen sind viel mehr als nur Ruhepolster

  1. Matratzen: Vielseitige Ruhepolster
  2. Was ist eine Matratze?
  3. Welche Arten von Matratzen gibt es?
  4. Welche Vor- und Nachteile haben die jeweiligen Matratzenarten?
  5. Was sind Härtegrade und welche gibt es?
  6. Was sind Liegezonen?
  7. In welchen Größen werden Matratzen verkauft?
  8. Was muss man bei Matratzen für Kinder beachten?
  9. Was muss man bei gesundheitlichen Problemen berücksichtigen?
  10. Welches Zubehör gibt es für Matratzen?
  11. Wann sollte man die Matratze umdrehen?
  12. Wie reinigt man Matratzen?

1. Matratzen: vielseitige Ruhepolster

Statistisch verbringen Menschen rund ein Drittel ihrer Lebenszeit schlafend. Das Bett ist somit ohne Frage das wichtigste Möbelstück in einem Haushalt. Während die Wahl des Bettgestells weitestgehend eine Geschmacksfrage ist, ist die Entscheidung für eine geeignete Matratze wesentlich schwieriger zu treffen und will gut geplant sein. Vor dem Kauf eines bestimmten Matratzenmodells beziehungsweise der Entscheidung für ein spezifisches Material sollten die Vor- und Nachteile gut überdacht werden.

Zum Beispiel sind folgende Aspekte zu klären:

  • Format: Wie groß soll die Matratze sein?
  • Komfort: Welcher Härtegrad und welche Liegezonen kommen der Statur und dem bevorzugten Liegegefühl des Schlafenden am nächsten?
  • Material: Welche Vor- und Nachteile bieten Federkern, Latex oder Kaltschaum?
  • Hygiene: Ist die Matratze einfach zu säubern? Verfügt sie über einen abnehmbaren Bezug oder werden zusätzlich Matratzenschoner benötigt?
  • Gewicht: Kann die Matratze im Bedarfsfall bewegt und gehandhabt werden? Federkern- und Latexmatratzen sind schwerer als Kaltschaummatratzen. Seitlich angebrachte Schlaufen oder Griffe erleichtern die Handhabung der Matratze.
  • Kinder oder besondere Bedürfnisse: Was ist bei Matratzen für Kinder oder gesundheitlich eingeschränkte Personen zu beachten?

Der folgende Artikel beantwortet die wichtigsten Fragen rund um das Thema Matratzen und gibt eine Übersicht über Materialien, Modelle und Funktionen.

2. Was ist eine Matratze?

Bei einer Matratze handelt es sich, stark vereinfacht erklärt, um ein großes, mit einem nachgiebigen Material gefülltes Polster, das als Liegefläche genutzt wird. Zusammen mit dem Bettgestell oder Rahmen und dem Lattenrost – oder einer andersartigen Auflagefläche – bildet die Matratze das Bettsystem. Vorläufer von Matratzen waren bereits im Altertum bekannt und verbreiteten sich im Mittelalter langsam vom orientalischen Raum aus auch im Abendland. Was als simpler strohgefüllter Sack begann, ist heute fast zu einer Wissenschaft geworden: Der Fachhandel bietet eine nahezu unüberschaubare Anzahl von Matratzenmodellen verschiedener Hersteller an. Wer eine neue Matratze braucht, sollte wissen, was er will.

3. Welche Arten von Matratzen gibt es?

Die Art einer Matratze wird durch den Aufbau ihres Inneren definiert. Der Kern der Matratze kann aus verschiedenen Komponenten bestehen. Diese werden mit unterschiedlichen Naturmaterialen wie Baum- oder Schafwolle oder Vlies ummantelt und mit einem festen textilen Gewebe bezogen und versteppt. Früher wurden zu diesem Zweck meist Drillich-Gewebe verwendet, bei moderneren Matratzen haben zwischenzeitlich Frottee oder mehrlagige Jerseystoffe die grobe Fadenware abgelöst. Zusätzlich sind Matratzen mit einem Bezug versehen, der sich bei vielen Modellen zu Reinigungszwecken abnehmen lässt.

Der Matratzenkern – das geeignete Material finden

Das Herz der Matratze, ihr Kern, ist in einer großen Bandbreite von Materialien verfügbar. Verbreitet sind verschiedene Naturstoffe, synthetischer oder natürlicher Latex, Kaltschaum sowie Federkerne – nach speziellen Fertigungsmethoden fabrizierte und ins Innere der Matratze eingearbeitete metallene Spiralfedern. Als Sonderform der Matratze kann das Wasserbett angesehen werden, bei dem der Schlafende auf ummantelter Flüssigkeit liegt. In neuerer Zeit haben sich Latex und Kaltschaum zu den aktuell den Markt dominierenden Materialien entwickelt. Hier das Portrait der wichtigsten Matratzentypen im Einzelnen:

  • Federkernmatratzen bergen in Inneren taillierte Metallfedern. Sind diese jeweils in einzelnen Taschen eingenäht, spricht man von Taschenfederkern- oder Tonnentaschenfederkern-Matratzen. Es gibt aber auch einfache Federkernmatzen, die weniger aufwendig verarbeitet sind.
  • Kaltschaummatratzen sind die bekannteste Variante der Schaumstoffmatratzen. Ein weiteres Material ist Gelschaum. Meist verfügen diese Matratzen über einen Kern aus Polyurethan. Die Komforteigenschaften einer solchen Matratze hängen von der Nachgiebigkeit des Materials – der Stauchhärte – und der Herstellungsweise ab. Insbesondere eingearbeitete Profile bestimmen die Ausführung der Matratze.
  • Boxspringmatratzen sind eine Sonderform der Federkernmatratzen und bestehen im Wesentlichen aus zwei übereinanderliegenden Federkern-Elementen, wobei das untere den gewohnten Lattenrost ersetzt. Neuere Trends bei den aus dem amerikanischen Raum adaptierten Boxspringbetten kombinieren das untere Federkern-Element mit einer aufliegenden Schaummatratze.
  • Latexmatratzen bestehen im Kern aus Natur- oder synthetischem Latex – manchmal auch einer Mischung aus beidem –, der durch Erhitzen in Form gebracht wird. Eine Variante davon ist Schichtlatex, bei dem mehrere Lagen Latex miteinander verklebt werden.
  • Naturkernmatratzen sind mit Materialien wie Rosshaar, Pflanzenfasern oder Getreideschalen gefüllt, in modernen Schlaflandschaften aber kaum noch in Gebrauch. Eine Ausnahme stellen die beliebten japanischen Futons mit einer gewöhnlich aus Baumwolle bestehenden Füllung dar.
  • Wasserbettmatratzen: In eine Spezialfolie abgefülltes Wasser, entweder gehalten vom Bettrahmen oder gegebenenfalls als Kern in ein anderes Material eingebettet, dient als Liegefläche. Wasserbetten sind eine sehr komplexe eigene Möbelkategorie; an dieser Stelle wird auf Wasserbettmatratzen daher nicht tiefer eingegangen.

4. Welche Vor- und Nachteile haben die jeweiligen Matratzenarten?

Bei jedem Matratzentyp gibt es Pros und Kontras, die angesichts der persönlichen Ansprüche bewertet werden sollten.

Die Vor- und Nachteile sind hier noch einmal für die drei verbreitetsten Matratzentypen aufgelistet:

  • Federkernmatratzen punkten durch den Luftaustausch in ihrem Inneren mit einem sehr guten Klima, bieten allerdings kaum wärmeisolierende Eigenschaften und eignen sich nur eingeschränkt für Schläfer, die zum Frieren neigen. Sie passen sich verstellbaren Lattenrosten weniger gut an und die Metallfedern können sich, wenn die Matratzen generell auch sehr langlebig sind, mit der Zeit durch die Polsterung bohren und somit den Schlafkomfort beeinträchtigen.
  • Latexmatratzen passen sich sowohl der Auflagefläche als auch den Körperkonturen des Schläfers hervorragend an, verfügen über eine exzellente Punktelastizität und sind auch unter hygienischen Gesichtspunkten eine gute Wahl, da kaum Angriffspunkte für Milben vorhanden sind. Allerdings sind die Matratzen sehr unhandlich und durch ihr hohes Gewicht nur schwer von einer einzelnen Person zu bewegen.
  • Kaltschaummatratzen neigen bei längerem Verweilen in einer bevorzugten Position nicht zur Kuhlenbildung und bieten dem Schläfer durch ihre Formanpassung guten Liegekomfort. Sie haben eine hohe Lebensdauer, gelten als sehr hygienisch und lassen sich durch ihr geringeres Gewicht auch unkompliziert handhaben. Ihre Wärmeisolationseigenschaften sind gut, die Nachteile im Alltag fast zu vernachlässigen: Eine neue Matratze dünstet für eine Weile noch einen gewissen Eigengeruch aus und das Schaummaterial selbst ist leicht entflammbar. Dieser Gefahr wird in der Praxis mit feuerhemmenden Bezügen entgegengewirkt.

5. Was sind Härtegrade und welche gibt es?

Der Matratzen-Härtegrad gibt an, als wie stark nachgiebig die Matratze als Ganzes eingestuft ist. Die im Handel übliche Härtegradunterteilung ist allerdings nicht einheitlich normiert. Das führt von Hersteller zu Hersteller zu abweichenden Angaben, die sich am Gewicht des Liegenden orientieren und andere körperliche Merkmale wie Körpergröße oder Beweglichkeit nur bedingt berücksichtigen. Grundsätzlich gilt die Faustregel: Je schwerer der Schläfer, desto härter sollte die Matratze sein.

  1. Härtegrad 1 Matratzen (sehr weich) = Körpergewicht bis 65 kg
  2. Härtegrad 2 Matratzen (weich) = Körpergewicht 65 - 80 kg
  3. Härtegrad 3 Matratzen (mittel) = Körpergewicht 80 - 100 kg
  4. Härtegrad 4 Matratzen (hart) = Körpergewicht 100 - 120 kg
  5. Härtegrad 5 Matratzen (sehr hart) = Körpergewicht ab 120 kg

Der Härtegrad allein ist jedoch nicht aussagekräftig für die Produkteigenschaften einer Matratze. Erst zusammen mit den Liegezonen kann das Komfortgefühl beim Liegen beurteilt werden.

6. Was sind Liegezonen?

Liegezonen sind Bereiche der Matratze, die sich in ihrer Nachgiebigkeit unterscheiden. Die unterschiedlichen Punktbelastungen durch die Körperteile sollen so abgefangen werden, dass eine den Rücken ergonomisch unterstützende Liegehaltung erzielt wird. Eine moderne Matratze ist in verschiedene Liegezonen aufgeteilt, bei einfacheren Modellen sind es 3, bei orthopädischen bis zu 7 Zonen Matratzen. Viele verschiedene Liegezonen bieten allerdings für sich noch keinen Vorteil, da der Abstand der jeweiligen Körperpartien vom jeweiligen Körperbau abhängig ist. Eine größere Person kommt auf ein und derselben Matratze an anderen Stellen zu liegen als jemand, der deutlich kleiner ist. Personen mit einer vom Bevölkerungsdurchschnitt abweichenden Statur sind unter Umständen mit einer weniger stark strukturierten Matratze besser beraten.

7. In welchen Größen sind Matratzen zu kaufen?

Das übliche Standardmaß handelsüblicher Matratzen für Erwachsene schwankt in der Länge zwischen 190 und 220 cm, in der Breite zwischen 80 und 220 cm. Die Dicke einer Matratze liegt – je nach Fertigungstyp und Material – bei 10 bis 25 cm.

Folgende standardisierte Größen sind im Handel verfügbar:

Grundsätzlich sind bei vielen Herstellern zudem auch Matratzen in Übergrößen erhältlich oder können nach Maß angefertigt werden.

8. Was muss man bei Matratzen für Kinder beachten?

Gesundes Schlafen fängt schon in der Wiege an: Gerade die Auswahl der richtigen Matratze für das Babybettchen und das Kinderzimmer sollte gut überlegt werden. Die Matratze muss so beschaffen sein, dass sich das Kind im Schlaf nicht in die Gefahr bringen kann, sich zu verklemmen oder zu ersticken. Kindermatratzen mit einem trittfesten Rand beugen Verletzungen vor. Wichtig ist ferner, dass die Matratze luftdurchlässig und möglichst fest ist. Sehr kleine Kinder haben noch eine weniger geschwungene Wirbelsäule, sodass eine Matratze mit Liegezonen anfangs zu weich sein kann. Das Kind sollte nicht weiter als zwei Zentimeter in die Matratze einsinken. Je älter das Kind wird, desto weicher darf die Matratze sein. Kindermatratzen sollten eine Dicke von 10 cm nicht überschreiten. Ein waschbarer Bezug ist von Vorteil: Im Schlaf kann einem Kind immer das eine oder andere Malheur passieren.

9. Was muss man bei gesundheitlichen Problemen berücksichtigen?

Wer mit gesundheitlichen Einschränkungen zu kämpfen hat, ist unter Umständen auf besondere Matratzen angewiesen:

  • Orthopädische Matratzen sind für Menschen empfehlenswert, die unter chronischen Rückenschmerzen oder anderen Problemen mit Knochen oder Gelenken leiden. Orthopädische Matratzen gleichen durch die oben bereits beschriebenen Liegezonen Fehlhaltungen der Wirbelsäule aus und berücksichtigen dabei Feinabstufungen, die ein medizinischer Fachberater genau vermessen kann. Solche Matratzen können sogar maßangepasst werden.
  • Matratzen für schwere Schläfer müssen besonderen Ansprüchen genügen. Die Härtegradeinteilung von Matratzen hilft nur bedingt weiter. Zwar wird für beleibtere Personen eine möglichst harte Matratze empfohlen. Das ist aber keine Universallösung, denn mit hohem Übergewicht steigt auch die Druckempfindlichkeit des Körpers. Die Matratze muss formstabil sein, gleichzeitig aber auch eine gewisse Entlastung bieten. Einige Hersteller haben das Problem gelöst, indem der harten Matratze eine weichere Schicht hinzugefügt wurde. Ein entsprechender Matratzentopper kann einen ähnlichen Komforteffekt bieten.
  • Anti-Dekubitusmatratzen bewahren Bettlägerige und Schläfer, die sich aus eigener Kraft nicht mehr gut bewegen können, ebenfalls vor dem Risiko, Druckgeschwüre zu entwickeln. Unterstützend zur Pflege wirken sie durch pneumatische oder viskoelastische Funktionen Druckstellen entgegen.
Kaltschaummatratze

10. Welches Zubehör gibt es für Matratzen?

Ganz egal, aus welchem Material Ihre Matratze besteht: Bei guter Pflege verlängert sich die Nutzungsdauer und die Matratze bleibt in gutem Zustand. Es lohnt sich daher, passend zur Matratze Zubehör zu besorgen.

  • Matratzenschoner sind zum einen Matten, die zwischen die Matratze und den Lattenrost gelegt werden und dort den mechanischen Verschleiß durch die Reibung zwischen Polster und Latten abmildern sollen. Zum anderen bestehen Matratzenschoner, die auf der Oberfläche einer Matratze befestigt und mit dem Bettalken bedeckt werden, aus einer Kombination von textilem und wasserfestem Material und lassen sich leicht reinigen. Die Matratze wird so zusätzlich vor Verschmutzungen der Liegefläche geschützt.
  • Matratzentopper sind Auflagen, die als Ergänzung der Matratze auf deren Oberfläche befestigt werden. Es handelt sich um eine dünnere Matte aus Gel- oder Komfortschaum, Latex oder Viskose, die gleich mehrere Funktionen erfüllt:
  1. Erhöhung des Liegekomforts
  2. Schonung der Matratze
  3. Erhöhte Hygiene durch einfache Waschbarkeit

11. Wann sollte man eine Matratze umdrehen?

Es gibt zwei Gründe, die ein gelegentliches Wenden einer Matratze erfordern:

  • Jahreszeiten: Werden Matratzen mit einer Sommer- und Winterseite angeboten, sind die jeweiligen Seiten mit kühlendem, Wärme ableitenden beziehungsweise wärmespeicherndem, Materialen ausgestattet, beispielsweise Baumwolle, Satin oder Schurwolle. Solche Matratzen sollten der Jahreszeit entsprechend gewendet werden.
  • Abnutzung: Auch um die Matratze in Form zu halten, sollte man sie gelegentlich umdrehen oder Kopf- und Fußende vertauschen. Auf diese Weise nutzt die Matratze sich gleichmäßiger ab und Unebenheiten, die durch längeres Liegen an derselben Stelle entstanden sind, werden wieder ausgeglichen.

12. Wie reinigt man Matratzen?

Nicht nur Allergiker gruselt es bei dem Gedanken, das Bett mit tierischen Mitschläfern zu teilen: Lebewesen wie Hausstaubmilben sind überall und mikroskopisch klein. Größere Störenfriede wie Bettwanzen sind glücklicherweise bei Einhaltung eines Mindestmaßes an Hygiene nur sehr selten anzutreffen. Dennoch sollte die Matratze stets so sauber wie möglich gehalten werden, um Anreicherungen von Schmutz, Allergenen und Bakterien zu vermeiden.

  • Bezüge regelmäßig waschen: Bei modernen Matratzen achten viele Hersteller darauf, dass sich der Matratzenbezug abnehmen und separat waschen lässt.
  • Matratzenschoner oder Topper verwenden: Wird die Oberfläche der Matratze von einer Schutzauflage bedeckt, haben Verschmutzungen durch Flüssigkeiten keine Chance, durchzudringen.
  • Staubsaugen: Um kleine Partikel wir Haare oder Krümel, die unter das Bettlaken oder den Matratzenschoner geraten sind, zu entfernen, kann eine Matratze vorsichtig mit der (sauberen) Möbeldüse des Staubsaugers gereinigt werden.
  • Flecken entfernen: Biologische Flecken wie Blut oder Schweiß lassen sich mit einem Enzymreiniger von der Matratzenoberfläche beseitigen. Dabei sind die jeweiligen Gebrauchsanweisungen zu beachten. Für andere Flecken empfiehlt sich ein Sauerstoff- oder Peroxidreiniger. Achtung: Matratzen sollten niemals nass, sondern allenfalls mit einem angefeuchteten Tuch abgetupft werden.

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